Mittwoch, 29. Juli 2015

Sonnencreme im Vergleich: wasserfest & für sensible Haut

The life... in my bathroom


Der Sonnencreme-Krimi hat doch noch gut geendet; pünktlich NACH dem Strandurlaub sind alle verlorenen Tuben angekommen, wurden von mir vom Zoll und Hermes befreit...
und nun kann ich Creme über Creme besprechen! Ich besitze genug Material für einen riesigen Sonnencreme-Test, bei dem für jeden was dabei ist:

  • NK-Liebhaber? Da hab ich was!
  • Bioderma-Junkie? Hierher, gleich zwei Cremes!
  • Moderne chemische Filter? Jawohl!
  • Rein mineralischer Sonnenschutz? Im Überfluss!

Alles besonders reizarm für empfindliche Haut ausgesucht.. und über all dem schwebt neuerdings (für mich) noch die Frage: was macht der UVA-Schutz?



Die Suche nach dem mineralischen Sonnenschutz...


Warum quäle ich mich eigentlich so damit herum, einen passenden, physikalischen Sonnenschutz zu finden? Nun: ich habe empfindliche Haut, schon immer. Und →
für empfindliche Haut wird stets rein mineralischer Sonnenschutz empfohlen, da dieser (anders als chemische Lichtschutzfilter *klick*) auf der Haut oben aufliegt und die Filter (aus Zinkoxid & Titandioxid) das einfallende UV-Licht reflektieren und streuen wie winzige Spiegel. Somit hat diese Art von Sonnenschutz weniger das Potential, meine Haut zu reizen; allein aus diesem Grund nehme ich weiterhin die frustrierende Suche nach einer Sonnencreme mit ausschließlich physikalischem Lichtschutz & einer annehmbaren Konsistenz auf mich..


Mineralische Filter haben nämlich einige Nachteile:
  1. da sie nur 'oben auf-'liegen, ist es nötig, die Schicht möglichst gleichmäßig ohne Lücken auf der Haut aufzubauen - rubbeln oder sich später ins Gesicht zu fassen sind also nicht so angesagt. 
  2. Außerdem ist eine hohe Konzentration an mineralischen Filtern nötig, um einen ausreichenden UV-Schutz aufzubauen; daher kommt das berüchtigte Weißeln
  3. Und damit man nicht in einer trockenen Kreidewolke steht, sobald man die Tube geöffnet hat, werden diese Filter meist auch noch in eine schön fettige Cremegrundlage gepackt, so daß man mit einer dicken Paste kämpft, die das eigene Gesicht in einen Schmalzpfannkuchen verwandelt *hehe*

Gerade deswegen hoffe ich, mit meinen Einkäufen (und Ausfällen) all jenen einen Hilfestellung zu geben, die ebenfalls auf der Suche nach einem guten, wasserfesten Sonnenschutz (für empfindliche Haut) sind.
Gerade wer echt sensible Haut hat, wird wohl eher die typischen Nachteile (Weißeln, meist ölige Textur, niedriger Anwendungskomfort) in Kauf nehmen, wenn der Sonnenschutz nur nicht reizt. 


***

Anhand des grafisch aufbereiteten Bildes (unten) habe ich meine Bewertung und Meinung zu jeder getesteten Creme schon mal zusammengefasst: einige der Produkte sind auch noch extra mit Begriffen wie 'glutenfrei', 'vegan' usw. bedruckt - das ist vielleicht für jemanden interessant?

Mein Traum bleibt nach wie vor ein NICHT wasserfester Schutz für den Alltag, mit mineralischen Filtern/ bzw. mit Tinosorb allein (soll kaum reizen) und hohem UVA-Schutz. Der Nachteil wasserfester Formulierungen besteht nämlich darin, daß ich mit mehr Nachdruck beim Entfernen vorgehen muss - darauf steht meine sensible Haut überhaupt nicht! So eignen sich aber alle der hier gezeigten Cremes auch fürs Freibad 




Und was sagt der UVA-Schutz?

Da ich Produkte aus den USA, der EU und Asien gekauft habe, weichen die Angaben zum UVA-Schutz voneinander ab. Bioderma gibt den UVA-Schutz netterweise schon genauso an, wie wir ihn vom LSF kennen, alle anderen Hersteller kennzeichnen so:
Die aktuelle Empfehlung der EU-Kommission sieht vor, dass der UVA-Schutzfaktor mindestens ein Drittel des UVB-Schutzfaktors (= Lichtschutzfaktor = LSF; englisch: SPF) betragen soll → dies impliziert ein proportionales Ansteigen des UVA-Schutzfaktors mit dem UVB-Faktor.
Im Gegensatz dazu wurde bisher gerne der australische Standard favorisiert, nach dem ein ausreichender UVA-Schutz dann gewährleistet ist und ausgelobt werden darf, wenn vom entsprechenden Präparat unter Laborbedingungen maximal 10% der UVA-Strahlung durchgelassen wird. Der australische Standard ist also unabhängig vom angegebenen UVB-Faktor.
Der UVA-Schutz wird nach der In-vivo PPD-Methode (PPD = Persistent Pigment Darkening) oder einer korrelierenden In-vitro-Messung der COLIPA (European Cosmetics Association) gemessen. Präparate, die der EU-Empfehlung entsprechen, können mit einem "UVA"-Symbol gekennzeichnet werden. 

Die PPD-Methode (Persistent Pigment Darkening) der Japanese Cosmetic Industry Association (JCIA) wurde in Japan zur Norm erhoben. Sie unterscheidet drei Klassen von UVA-Schutz: PA+ = UVA-Schutzfaktor 2-4. PA++ = UVA-Schutzfaktor 4-8. PA+++ = UVA-Schutzfaktor > 8


UVA-Symbol
Bild: UVA-Symbol


aus: www.dermaviduals.de/deutsch/publikationen/hautschutz/sonnenschutz-was-uv-filter-leisten.html

Weiterlesen?





🌞






Rein mineralische Lichtschutzfilter

Bioderma: Photoderm Mineral SPF 50+ Fluide



🌞
Filterart: Zinkoxid (nano) & Titandioxid (nano)

 Nanopartikel: ja

🐠
 reef safe: keine Angabe/ eher ja

🌊🌊
 wasserresistent: ja


Diesen Sonnenschutz habe ich nach einer guten Bewertung auf beautypedia gekauft *klick*:
irgendwie ist mein Produkt aber ganz anders als das, was dort als 'gut' besprochen wurde! 

Es hinterläßt mein Gesicht kalkweiß (und auch alle anderen Körperstellen), woran auch kein Einreiben was ändern kann; außerdem ist die zähe Konsistenz nicht grad anwenderfreundlich >.< 
Zu guter Letzt ist die Textur auch noch zu wenig reichhaltig für meine trockene Haut; ich vertrage die Sonnencreme zwar, merke aber, wie mir im Laufe des Tages die Mimik einfriert, weil sich meine Gesichtshaut immer... ausgedörrter anfühlt. Und die weißen, trockenen Krümel in den Augenbrauen kann ich auch nicht so leiden!

Zur besseren Veranschaulichung: hier habe ich nicht mal die Hälfte der erforderlichen Menge fürs Gesicht aufgetragen


Sie schwimmt einem zwar im Wasser nicht weg - wie auch, klebt ja wie Kaugummi! - aber sonst gibt es nicht viel Gutes über sie zu sagen: schützt vor Sonnenbrand, reizt empfindliche Haut nicht, aber der ganze Rest (Anwendungskomfort?) ist ein Totalausfall!

Mittlerweile hat das Bioderma Photoderm Mineral SPF 50+ Fluide eine neue Verpackung bekommen (und vielleicht wieder andere INCI's) und wird für ab 12€ in diversen Online-Apotheken verkauft (da spart man sehr im Gegensatz zum Kauf in der örtlichen Apotheke!).


☀☁


Textur: mitteldicke, lotionsartige, zähe Masse
Geruch: unauffällig
Farbe: hochpigmentiert schneeweiß
Weißel-Faktor: extrem hoch
UVA: 22






Aubrey Organics: Natural Sun SPF 30 Green Tea *klick*




🌞
Filterart & Konzentration: Zinokid 12%, Titandioxid 5,6%


🐠
 reef safe: ja

🌊
 wasserresistent: ja (40 min)


Auch dieser Sonnenschutz durfte wegen Paula bei mir einziehen *klick*:
diesmal stimmen zwar die Inhaltsstoffe mit meinem Produkt überein, aber.. ich habe entweder ein abgelaufenes Exemplar bekommen oder die Tester bei beautypedia und ich haben ganz andere Ansprüche!

Die tollen, beruhigenden Reizhemmer (wie Kamillenextrakt) konnte ich so auf meiner Haut gar nicht dem Härtetest unterziehen, weil ich mit der Härte der unaussprechlich unappetitlichen Konsistenz beschäftigt war O.o Im Klartext: es sieht eklig aus, es stinkt faulig, ich glaube, es ist umgekippt!
Von Aubrey Organcis direkt (in Großbritannien) habe ich dazu nichts Substanzielles erfahren (Kundenservice ist was anderes!); die Dame von der deutschen Hotline meinte, daß Produkt müße in der Flasche nicht nur geschüttelt, sondern geknetet werden.. habe ich gemacht. Mindestens 5 Minuten lang - aber auch das bringt die ausgeflockten Bestandteile nicht dazu, sich wieder miteinander zu vermischen -.- Noch dazu müffelt es wie gesagt recht stark aus der Tube.. und wenn ich die Creme mal verteilt bekommen habe, klebt sie wie eine glänzende Plastikschicht an mir fest :(

links: alba botanica: rechts: Vogelk*** aka Aubrey Organcis

Schade, denn die leicht grün-gelbe Farbe von nassem Lehm würde sich wunderbar auf der Haut machen - es weißelt dadurch nur sehr wenig und die Gefahr des Kalkgesichts wäre gebannt :-D 

Wenn das Produkt so sein soll, ist es für mich ein Totalausfall in Sachen 'haptische & olfaktorische Aspekte', denn selbst krasseste Naturkosmetik muss nicht nach Öko-Jauchegrube aussehen und riechen *hehe*.. und wenn sie tatsächlich umgekippt ist, tja - dann hat man mir zumindest von offizieller Seite keine Rücknahme angeboten. 

Ich habe von Aubrey Organics Deutschland aber erfahren, daß die gesamte Sonnencreme-Sparte auch in den USA ausgelistet werden soll, bevor sie überarbeitet frühestens in 2 Jahren wieder auf den Markt kommen soll. Es lohnt sich also nicht, viel Wind um das Produkt zu machen (weder im negativen noch im positiven Sinne), da es es bald schlicht nicht mehr zu kaufen geben wird. Aktuell noch bei aubreyorganics.uk für 13€ zu bekommen.


☀☁

Textur: Zwei-Phasen-Konsistenz / flüssig-ölig und krümelig; später klebrig
Geruch: modrig
Farbe: gelb-grün (nasser Lehm?)
Weißel-Faktor: niedrig
UVA: 1/3 des SPF





Biosolis: Fluide extrême SPF 50+ Très haute protection *klick*



🌞
Filterart: Zinkoxid, Titandioxid

Nanopartikel: nein

🐠
 reef safe: ja

🌊
 wasserresistent: ja


Diese Lotion ist die dünnflüssigste von allen gezeigten; trotz dieser erstmal 'leichten' Konsistenz ist sie fettig und weißelt ordentlich, läßt sich aber im Gegenzug auch gut verteilen. Ich habe meist eine dünne Schicht aufgetragen und dann etwas abgewartet, um noch eine zweite vorsichtig darüber zu tupfen - auch unter den Augen. Das war nie ein Problem, ich habe sie auch in diesem Bereich gut vertragen.

Weiß, weiß, weiß sind alle meine Urlaubs-Fotos..


Für den Tag am Strand finde ich weder das Fetten (schützt die Haut vorm Austrocknen durch Wind&Salzwasser) noch das Weißeln sehr schlimm, aber im Alltag wäre definitiv einiges an Makeup-Zauber nötig, um diese beiden Faktoren in den Griff zu kriegen. Die weiße Grundlage des alba botanica-Sonnenschutzes z.B. ist leichter zu kaschieren! Und auch bei der korrekten Auftragsmenge finde ich dicke Cremes leichter zu dosieren als dünnflüssige Fluids..

Im Sommer-und Strandurlaub war sie meine erste Wahl: Sand klebt zwar an der schmierigen Schicht fest wie die Panade am Schnitzel, jedes Härchen wird betont wie nix, ich durfte mir nie ins Gesicht fassen und auch niemand anders - aber meine Haut war niemals gereizt oder hat Pickel davongetragen, obwohl ich sie über einen längeren Zeitraum jeden Tag benutzt habe.
Die Biosolis-Variante ist meiner Meinung nach auch allein deshalb empfehlenswert, weil es sie in Deutschland im Laden für etwa 17€ zu kaufen gibt: wer einen Müller in der Nähe hat, kann sie sich einfach in die Filiale bestellen lassen, ohne windige Internethändler, das Ausland oder etwa die deutsche Post bemühen zu müßen *hehe*
 


☀☁


Textur: dünnflüssig-fettige Lotion
Geruch: kräuterig
Farbe: weiß
Weißel-Faktor: hoch, trotz der dünnen Konsistenz
UVA: 1/3 des SPF





Innisfree: eco safety perfect waterproof sunblock SPF 50+ *klick*


🌞
Filterart: Zinkoxid, Titandioxid


🐠
 reef safe: keine Angabe, eher ja

🌊
 wasserresistent: ja


Sonnenschutz von innisfree ist ein Internet(-Geheim-)Tipp: da die Marke auch Varianten mit rein mineralischen Filtern bereithält, habe ich freudig zugeschlagen..
um erst zu Hause zu bemerken: sie enthält einen Zitrus-Extrakt, der eventuell die Haut reizen könnte *grrrrr*...

Ich finde auch den Duft irritierend: ein bißchen wie eine Mischung aus Klostein-Zitrus-Aroma und Brausepulver-Ufos. Das ist aber auch alles, was ich an ihr bemängeln könnte: die Konsistenz dürfte für jemanden mit normaler Haut fast perfekt sein, da sie sich erstaunlich 'normal' anfühlt - nicht wie dicke Sonnencreme, sondern eher wie eine gewöhnliche Tagescreme. Außerdem ist sie minimal hautfarben getönt, was das weiße Mumiengesicht verhindert ^.^
Nach dem die cremige Schicht eingezogen ist, bleibt allerdings bei korrekter Dosierung eine etwas kalkig anmutende, minimal kreidig wirkende Schicht auf der Hautoberfläche zurück, die beim Befühlen auch leicht klebt. Es ist, als könnte ich die Partikel der mineralischen Filter sehen - das passiert mir öfter mal, wenn die Textur des Produkts eher mattierend als ölig ist. 

Und eben dieser Faktor ist mein größtes Problem mit der Creme: sie ist mir auf lange Sicht (über den Tag hinweg) etwas zu trocken, sprich: meine Haut fühlt sich etwas ausgedörrt an. Jemand mit einer Vorliebe für ein mattiertes Gesicht (denn das bekomme ich mit ihr, wie gepudert!) könnte aber gerade darin sein Glück finden!

Über innisfree (16 $) direkt oder bei ebay (ca. 13€) zu beziehen



☀☁


Textur: angenehm 'normale' Tagescreme-Konsistenz
Geruch: zitrisch (Haribo Cola-Flaschen)
Farbe: zart hautfarben getönt
Weißel-Faktor: niedrig; bei fingerdickem Auftrag etwas kalkig
UVA:  PA+++





alba botanica: very emollient mineral sunscreen fragrance free SPF 30 *klick*


🌞
Filterart & Konzentration: Zinkoxid (14,5%), Titandioxid (2%)


🐠
 reef safe: ja

🌊🌊
 wasserresistent: ja (80 min)



Der wasserfeste Sonnenschutz mit rein mineralischen Filtern von alba botanica wurde von beautypedia für trockene, empfindliche Haut ausgelobt *klick*. Er enthält eine ausreichend hohe Konzentration an Zinkoxid (14,5%) für den UVA-Schutz, was echt keine Selbstverständlichkeit darstellt. Außerdem ist er unparfümiert und reizarm formuliert - und fühlt sich auf meiner Haut einfach nur unauffällig an. Angenehm. Ja, eine sehr unwissenschaftliche Beschreibung ^.^

Ich mag die dicke Konsistenz gern, gehöre aber auch zu denen, die fettige Cremes mögen :) Die pastige Masse schmilzt auf dem Gesicht allerdings ziemlich schnell, so daß sie sich doch verteilen läßt - und das vorher intensive Weißeln sich nach einiger Zeit etwas verliert. Trotzdem muss ich meinen Teint vorm Rausgehen mit etwas Concealer abtönen, das gelingt aber besser als z.B. beim Biosolis-Fluid. Obwohl beide Produkte fettig sind, mag ich die Fettigkeit dieser Creme lieber als die der Biosolis-Variante, keine Ahnung, wieso!

Die korrekte Auftagsmenge zu erreichen ist aufgrund der festeren Konsistenz auch leichter; der Fingerstreifen voll an Creme rutscht mir nicht herunter, wenn ich ihn dosieren will. 

Über iherb zu beziehen für knapp 10€.



☀☁

Textur: dicklich-fettige, weiche Paste
Geruch: unauffällig
Farbe: reinweiß
Weißel-Faktor: hoch, verliert sich aber nach dem Einreiben etwas
UVA: keine Angabe, aber die Zinkoxid-Werte versprechen einiges






 Chemische Lichtschutzfilter

Bioderma: Photoderm Max SPF 50+ Crème *klick*




🌞
Filterart: Uvinul N (OCTOCRYLENE), Tinosorb M (METHYLENE BIS-BENZOTRIAZOLYL TETRAMETHYLBUTYLPHENOL [NANO]), Avobenzone (BUTYL METHOXYDIBENZOYLMETHANE), Tinosorb S (BIS-ETHYLHEXYLOXYPHENOL METHOXYPHENYL TRIAZINE)

Nanopartikel: ja

🐠
 reef safe: keine Angabe, eher ja


🌊🌊
 wasserresistent: ja


Diese Creme wird, wie auch viele andere Bioderma-Produkte, auf beautypedia zerrissen: irgendwann zwischen dem Verfassen der Berichte und heute muss die Firma die Formulierungen der Produkte jedoch verändert haben: die Photoderm Max SPF 50+ Crème ist tadellos von den Inhaltsstoffen, enthält aber im Gegensatz zu allen anderen hier gezeigten einen chemischen Filtermix. Obwohl nicht für sehr sensible Haut empfohlen, wollte ich sie doch ausprobieren.. und mein Freund brauchte im Urlaub schließlich auch was auf dem Gesicht!

Da sie für sehr helle, trockene bis sehr trockene Haut ausgeschrieben ist, gehört die Lotion, die aus der Tube kommt, zu den eher dickeren Kandidaten; kaum aber will ich sie verteilen, merke ich, wie dünnflüssig sie doch ist. Bei korrekter Auftragsmenge hinterläßt sie auf meiner Haut eine leicht klebrige Schicht, glänzt aber nicht übermäßig; eine stark nährende Textur kann ich ihr aber auch nicht bescheinigen.
Mein Freund (normale Haut bis Mischhaut) hat sie im Urlaub direkt aufs nackte Gesicht geklatscht: ich trage sie über komplett eingezogener Gesichtspflege (Serum&Creme) - so können meiner Meinung nach Hauttypen von normal bis trocken sie an die eigenen Bedürfnisse anpassen.

Weißeln tut sie zunächst nicht, aber.. wehe, ihr kommt ins Schwitzen oder geht ins Wasser, dann heißt es auch mit diesen chemischen Filtern auf der Stelle: Kalk-Leiche *lach*

Vertragen habe ich sie an allen Testtagen (kein Ausschlag, kein Juckreiz oder ähnliches), meine Haut spannt aber jedesmal leicht (wie unter einer Plastikfolie), direkt nachdem ich sie aufgetragen habe.. dieses Phänomen beobachte ich jedesmal, wenn ich entweder a) ein für mich unverträgliches Produkt benutze b) ein nicht genügend reichhaltiges Produkt benutze. Das ich meine Pflege KOMPLETT einziehen lassen muss  (bis nichts mehr davon zu spüren ist unter den Fingerspitzen) bevor ich einen chemischen Lichtschutzfilter auftrage, kommt meiner Haut nicht zugute. Ich bevorzuge sonst die Schicht-auf-Schicht-Methode mit minimalen Einwirkzeiten.

Außerdem stört mich:
  • das Brennen/Jucken in den Augen, wenn ich sie zu nah an diesen aufgetragen habe
  • das Brennen/Jucken in den Augen, wenn sie mir beim Schwitzen in diese hineinläuft *arghhhh*
  • der bittere Geschmack im Mund *o* - obwohl ich ihn mir nicht auf die Lippen streiche..

Diese drei Nebenwirkungen kenne ich von mineralischen Sonnencremes nicht. Dafür trage ich mit der Bioderma Crème auch eine weniger dicke Schicht an 'Speckschwarte' durch die Gegend.. man kann nicht alles haben ;-)

Sie wird für ca. 8€ in französischen Online-Apotheken verkauft (da spart man sehr im Gegensatz zum Kauf in der örtlichen Apotheke!).



☀☁

Textur: reichhaltige Lotion, die sich leicht flüssig verreiben läßt
Geruch: medizinisch (Desinfektionsmittel/Fenistil-Gel)
Farbe: weiß
Weißel-Faktor: nicht vorhanden; beim Schwitzen weißelt es aber stark!
UVA: 42






http://www.padi.com/blog/2013/06/27/coral-reef-safe-sunscreen-for-scuba-diving/
Und wie seht ihr aus im Sommer? ^.^




🐠🐠🐠


Und was hat es nun mit dem Etikett 'reef safe' auf sich?


Die Korallenbleiche [1] [2] wird anscheinend nicht nur durch globale Erwärmung und Wasserverschmutzung ausgelöst, sondern auch durch einige Lichtschutzfilter in Sonnencremes. Beim Baden und Tauchen werden diese abgewaschen (ja, auch bei wasserfesten Produkten wird ein Teil vom Wasser abgelöst) und aktivieren in den mit den Korallen symbiotisch lebenden Algen virale Infektionen.

Die Forschergruppe um den Meeresbiologen Roberto Danovaro (der Marche Polytechnischen Hochschule von Ancona/ Italien) hat 4 chemischen Substanzen, die in Sonnencremes vorkommen und schon in geringen Konzentrationen zur Korallenbleiche führen, ermittelt [3]: 
Oxybenzone, Butylparaben, Octinoxate (Ethylhexyl methoxycinnamate), 4-methylbenzylidene camphor (4MBC).


Natürlich sind andere Faktoren wie globale Erwärmung [4], Wasserverschmutzung und Eingriffe durch den Menschen [5] eine weitaus größere Gefahr für die Korallen als unsere Sonnencremes. Das bedeutet aber nicht, daß ich die Ergebnisse der Studie ignorieren möchte - insbesondere, da ich bereits in Gewässern geschnorchelt habe, in denen es Korallen gab. Und genauso, wie ich sie weder berührt noch mich auf sie draufgestellt habe(!), würde ich auch auf Sonnenschutz achten, der sie nicht potentiell der Korallenbleiche aussetzt.

Was wäre also ein Meerjungfrauen-abgesegneter Sonnenschutz? ;-)
  • Sonnencreme ohne die Inhaltsstoffe, die in der Studie 'böse' entlarvt wurden
  • wasserfester Sonnenschutz, denn dieser bleibt länger am Körper und gelangt nicht so schnell ins Wasser
  • das Etikett 'reef safe' ist nicht geschützt und deswegen nicht sehr aussagekräftig - es ist besser, die Inhaltsstoffliste selbst zu überprüfen
  • wer auf Nummer Sicher gehen möchte (und auch ins Wasser gehen darf!), kann einen biologisch abbaubaren Sonnenschutz (eventuell ohne Nano-Partikel) nutzen

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